Synergie: Leben im Zusammenspiel

Text des Videos "Synergie: Leben im Zusammenspiel":

Lass uns ein interessantes Phänomen betrachten, nämlich dass du nie nur ein einziges Objekt erlebst, nie nur eine einzige „Sache“, sondern immer ein Zusammenspiel von vielen

Elementen.

Im Allerkleinsten gibt es das Zusammenspiel von Elementarteilchen, die als Atomkern zusammenwirken, der im Zusammenspiel mit Elektronen als Atom erscheint, das mit anderen Atomen interagiert.

Ihre Synergie lässt Moleküle entstehen, die in ihrem Zusammenspiel Zellen bilden, die sich zu Organen organisieren oder Körperteile bilden können, zum Beispiel einen Finger.

Du kannst diesen Finger zwar isoliert betrachten, aber er funktioniert als Teil einer Hand, und diese Hand ist ein Zusammenspiel von Fingern, von Haut und Fleisch und Knochen und Sehnen und Blut und Nerven, von Impulsen und Bewegungen und Empfindungen …
 

Und in diesem Moment erlebst du nicht nur die Hand, sondern auch den Arm und den ganzen Körper, das Zusammenwirken deiner Augen, deiner Ohren und der Gedanken und Gefühle mit diesen Worten, die Interaktion von allem, was du erlebst, das Zusammensein von Bewusstsein und Inhalten.
 

Dieses Zusammen-Sein und Zusammen-Wirken wird sehr oft übersehen und „überfühlt“. Denn unser Denken kann Elemente des Erlebens aus dem Zusammenhang heraus abstrahieren und isolieren und ein Konzept daraus machen, das auf andere Situationen übertragen wird.

Das ist nützlich, zum Beispiel um Erfindungen zu machen:

Unsere Vorfahren haben aus dem Erleben, wie ihre Backenzähne Nahrung zermahlen, das Konzept „Mahlen“ abstrahiert und auf Steine übertragen; so haben sie den Mahlstein und dann den Mörser erfunden.

 

Isolation und der Gegenüber-Modus
 

In Gedanken wird das Erleben in einzelne, isolierte Objekte aufgelöst. Wenn wir diese Gedanken für „die Wahrheit“ halten, für das Eins-zu-Eins-Abbild der Wirklichkeit, dann scheint die Welt aus solchen isolierten Objekten zu bestehen, und auch wir scheinen dann isolierte Einzelwesen in dieser Objekt-Welt zu sein.
 

Und wir erleben, was passiert, wenn die Welt nicht als lebendiges Ganzes gesehen wird, nicht als Öko-System, sondern als Sammlung von Objekten, wo es darum geht, den eigenen Gewinn zu sichern. Wir erleben, was das „Wir gegen die“-Denken mit den Menschen macht.
 

Das gewohnte Denken lässt es so erscheinen, als würdest du dem Leben und dem Moment, den du gerade erlebst, gegenüber stehen, als wären das Leben und du zwei verschiedene „Dinge“. Aber das muss nicht so erlebt werden. Der „Gegenüber“-Modus ist nur eine Position, eine Sichtweise, die du in Gedanken einnehmen kannst und die sich dann „wahr“ anfühlt.
 

Wenn du mit einem Menschen in Kontakt bist, dann sagt die gelernte und gewohnte Perspektive: Da bist du (in diesem Organismus), und da ist ein anderes, mehr oder weniger fremdes Leben im Organismus dir gegenüber, und zwischen euch ist leerer, lebloser Raum, der euch trennt.

 

Eine andere Perspektive
 

Probier jetzt mal eine andere Perspektive: Da ist dieser lebendige Moment, diese lebendige Intelligenz, die sich jetzt in diesem Zusammenspiel zeigt und manifestiert. Da ist eine wache Lebendigkeit, die sich als Organismen manifestiert, als waches, lebendiges Zusammenspiel, als Kontakt. Dieselbe Lebendigkeit zeigt sich in der einen Zelle wie im ganzen Organismus wie in der ganzen Welt.
 

Dieses Zusammenwirken, diese Synergie, diese Vielfalt ist das Wesen der Welt. Töne bilden gemeinsam eine Melodie, einen Rhythmus. Musik ist das Zusammenspiel von Klängen,von Instrumenten, von Musikern und Hörern, von Bewegungen und Gefühlen.

In all dem Zusammenspiel, in all dieser Verschiedenheit kann eine Einheit erkannt und erlebt werden, das Einzige, das keine Erscheinung ist. Vielleicht könnten wir sie als pure Lebendigkeit beschreiben, oder als Potenzial oder als Spielraum oder als Stille.
 

Alle Erscheinungen bilden sich aus dieser lebendigen Stille und lösen sich dann wieder in sie auf. Jeder Ton verklingt, sinkt zurück in die Stille, aus der er entstanden ist.
 

Dies ist das Zusammenspiel von Nichts und Allem. Die Leere und Stille manifestiert sich als Bewegung, als Klang, als Energie, als Körper, als Erscheinungswelt. Alle Bewegung kommt wieder zur Ruhe, zur Stille. Jede Nacht verlassen wir im Schlaf die Welt der Erscheinungen, jeden Tag kehren wir zu ihr zurück. Die Lebendigkeit bleibt, unabhängig von den Erscheinungen.
 

All das sind Bewegungen im Bewusstsein, im Raum, in der Stille, in der sich alles bewegt und zusammenwirkt.
 

Im Zusammensein hat nicht jedes Wesen seine eigene, getrennte Stille, sondern die eine, gemeinsame, lebendige, stille Quelle der Erscheinungen kann empfunden werden: die wache Intelligenz, die sich im Zusammenspiel dieser scheinbar getrennten Welten ausdrückt.
 

Das eine Bewusstsein, das sich in der Synergie der Zellen und Organe deines Körpers manifestiert, zeigt sich ebenso im Zusammenspiel mit anderen Menschen, im Kontakt von Lebewesen.
 

Die Offenheit und Aufmerksamkeit für dieses Zusammenspiel auf allen Ebenen erlaubt das bewusste Einstimmen auf dieses Zusammenspiel, die Hingabe an dieses Zusammensein. Dieses Einfühlen und Einlassen fühlt sich wach und frei und lebendig und liebevoll an.
 

Liebe ist das Dasein für das eine Leben im Zusammenspiel der Erscheinungen. Die Offenheit für die Manifestation des Einen, die Musik in all den Klängen, das Bild in all seinen Farben.

In dieser Offenheit ist der Moment erfüllt von Klarheit und Weite und Liebe und purer Lebendigkeit.
 

Du erlebst und liebst die Wachheit und Intelligenz des Einen in Allem. Du kannst dieser Intelligenz vertrauen. Nichts ist getrennt von ihr, auch du nicht. Sie ist nicht „etwas in dir“ und du bist nicht „etwas in ihr“. Da ist nur das Leben im Zusammenspiel.

 

Hier die Audio-Version (mp3) zum Anhören oder Herunterladen:

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