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Das Buch zum Achtsamkeitstraining:

Anker im Jetzt
Achtsamkeit: entspannt und glücklich leben


von Dittmar Kruse
erhältlich als eBook und Taschenbuch

Leseprobe und Kauf bei Amazon: Hier klicken/tippen!

Amazon-Rezension: ★★★★★
Dieses Buch ist das Klügste, Klarste, Präziseste und
Liebevollste!, was ich je über das Zusammenspiel von DenkenFühlenWahrnehmenHandeln ... gelesen habe.

Ganz egal, wo ich es aufschlage. Es führt geradewegs ins Jetzt!

Die Folge ist ein wachsendes Verständnis für sich selbst – und damit für andere.
Und plötzlich wird es möglich, eingetretene Pfade zu verlassen, und ein Abenteuer beginnt. Welch Überraschung! ★★★★★

Anker im Jetzt zeigt Möglichkeiten, aus dem gewohnten Gedanken-Nebel in die Frische des Erlebens aufzuwachen.
Das Buch bietet nicht nur Verschnaufpausen zwischendurch. Wir finden uns wieder als Offenheit für das Jetzt, frei von Bedingungen und Erwartungen.


Anker im Jetzt umfasst Experimente, Achtsamkeitsübungen und geführte Meditationen, die zu dieser Offenheit einladen.


Wir können unseren Alltag als Spielraum erleben, in dem sich unsere Lebendigkeit entfaltet.
Wir können unsere angeborene Lebensfreude wiederfinden, die im Alltag oft abhanden kommt:

  • die Freude, im Moment aufzugehen und ihn mit allen Sinnen zu genießen

  • die Freude, unsere Lebendigkeit zu fühlen

  • die Freude, diese Lebendigkeit im Zusammensein mit anderen zu erleben

 

Dazu braucht es keine besonderen Umstände: Unser Interesse macht den Moment interessant.
Anders gesagt: Mit dem Staunen kommt das Wunder.

"Diese bedingungslos freundliche Zuwendung zu unserem eigenen Erleben, das ist, was ich mit 'Achtsamkeit' meine. Die liebevolle Offenheit für das Erleben, so wie es gerade ist, nicht wie es sein sollte." 

Hier eine Kostprobe aus dem Buch:

 

Urlaub vom Soll

 

Wahrscheinlich gibt es Situationen in deinem Leben, in denen es darum geht, Vorgaben zu erfüllen, zum Beispiel in der Arbeit. Und wahrscheinlich hast du auch Ziele: Erfolg, Gesundheit, Wohlstand, eine schöne Beziehung … 

Egal was die Vorgaben, Ziele oder Bedingungen sind: Du kannst ihnen immer wieder auch eine Pause gönnen. Du kannst Urlaub von ihnen machen und frei von ihnen sein. Für viele Menschen scheint es gefährlich, ihre Wünsche loszulassen, als würden sie auf ihre Erfüllung verzichten, wenn sie nicht permanent darauf bestehen. Aber jede Nacht im Tiefschlaf sind wir ganz bedingungslos, wir streben nichts an, kontrollieren nichts – und am nächsten Tag können wir die Wünsche, Ziele und Projekte frisch und ausgeruht wieder aufnehmen und weiter verfolgen. Also gönn dir diese Auszeit von Zielen, von jedem Herbeiführen oder Loswerden, auch wenn du wach bist … nur für eine Weile, nur für jetzt.

Wenn es um Bedingungslosigkeit, Offenheit und Vertrauen geht, dann sucht das Denken gerne nach Situationen, in denen das riskant oder dumm wäre. Lass ihm das ruhig; du musst nicht diskutieren. Stattdessen kannst du nur für jetzt schauen: Ist dies ein Moment, in dem du dir frei nehmen kannst von Vergangenheit und Zukunft – vielleicht für eine Minute, vielleicht für eine Stunde?

Kannst du Pause machen vom Versuch, dich oder jemanden oder das Leben zu etwas zu bringen oder vor etwas zu schützen? Das Denken mit all seinen Vorgaben kann wie ein Werkzeug sein, das du weglegen kannst – und wenn du es brauchst, auch wieder aufnehmen kannst.

Wünschst du dir Freiheit? Wie soll Freiheit möglich sein ohne Freiheit fürs Erleben? Wünschst du dir Liebe? Was wäre Liebe ohne Willkommen?

Wenn du willst, dass es dir gut geht, dann ist es sinnvoll, die Vorstellungen, wer oder was du bist und was du brauchst, für den Moment beiseite zu lassen und Pause zu machen von allem, von jedem Thema. Dann kannst du ganz neu und ergebnisoffen fühlen: Was ist jetzt lebendig? Was ist Jetzt?

Erkunden ohne Vorgaben

 

Um das Jetzt zu erleben, hilft es, alle Vorgaben, wie es sein sollte oder nicht sein sollte, beiseite zu lassen.

Stell dir vor, du könntest dich ins Erleben eines ganz anderen Tiers hineinversetzen; du könntest dich in eine Wespe einfühlen oder in einen Tintenfisch. Dann würden alle menschlichen Vorstellungen, die wir über dieses direkte Tintenfisch-Erleben legen, die Forschungsergebnisse verfälschen und verzerren. Wenn wir sagen würden: »Das ist viel zu wabbelig und zu weich, und erst mal müssen wir diese vielen Arme symmetrisch anordnen, und wie unterscheidet man eigentlich Arme und Beine?« – dann würde das Tintenfisch-Erleben seine Frische und Einzigartigkeit und Stimmigkeit verlieren.

Und wenn wir uns in eine Wespe hineinversetzen könnten, dann würden wir entweder anhand unserer menschlichen Vorgaben korrigieren wollen: »Das sind zu viele Beine, und was soll ich mit Flügeln? Außerdem fühlt sich das alles viel zu unbeweglich an!« … – oder wir würden unvoreingenommen und ergebnisoffen erleben, wie es ist, eine Wespe zu sein; wir würden einfach staunen über diese Art der Lebendigkeit. Je weniger Vorgaben wir haben, desto interessanter wird das Erleben, und desto reicher sind unsere »Daten«, unsere Sinneseindrücke.

Jetzt stell dir das umgekehrt vor: Gerade warst du noch ein Tintenfisch, und jetzt hast du die Chance zu erkunden, wie es sich anfühlt, ein Mensch zu sein. Und zack! bist du da, als dieser Mensch. Du hast keine Vorstellung, wie die Atmung sein sollte, keine Vorgabe, dass irgendetwas symmetrisch oder entspannt oder gerade sein müsste, keine Kriterien zu erfüllen. Es ist einfach nur Staunen und Interesse: So ist es, ein Mensch zu sein.

Woran merkst du zum Beispiel, dass dieser Mensch lebt? Wie merkst du Lebendigkeit?

Da gibt es etwas zu fühlen, das ist ein sehr klarer Hinweis auf Lebendigkeit. Wohin auch immer die Aufmerksamkeit sich wendet, fühlst du Energie, und da sind Bewegungen spürbar. Und das wird nicht von außen bewegt, sondern es bewegt sich von innen, von selbst.

Ohne Vorgaben: Fühlt sich der Organismus an wie eine Menge Einzelteile, wie aus Lego zusammengesetzt, oder wie ein Zusammenwirken von vielen Lebewesen oder »Lebendigkeiten«, wie ein Ameisenhaufen – oder fühlt er sich wie ein Ganzes an, eine einzige Lebendigkeit in all den Empfindungen?

Da ist der Organismus, und dann ist da noch alles, was er erlebt: die Farben, die Klänge, die Temperatur im Raum … An welchen Stellen berühren wir die Welt, nicht nur die Luft, sondern etwas Festes? Den Boden, den Stuhl? Da sind diese Grenzfälle: Unsere Kleidung, mit der wir auch die Welt berühren und die gleichzeitig schon die Welt ist, die wir berühren … Und da gibt es auch unbekleidete Stellen, nackte Haut. Wie fühlt sich der Unterschied an zwischen bekleidet und nackt?

Bei all diesen Erkundungen gibt es kein »Richtig oder Falsch«, kein »Besser oder Schlechter«. Es geht einfach nur darum, dem Erleben Aufmerksamkeit zu schenken, genau so wie es jetzt gerade ist. In zehn Sekunden kann es ganz anders sein.

Zu fühlen ohne von vornherein eingreifen zu wollen gibt dem Organismus klare Informationen und die Freiheit, das Erleben auf seine natürliche Art zu integrieren.